NoFap-February und der offene Hosenstall
Viel Zeit bleibt nimmer und der Februar bricht über uns herein und da scheint es mir an Zeit über den Trend des »NoFap-February« zu berichten. Auch, damit Sie, meine geschätzten FederLeser (ja, richtig, es betrifft nur die Leser) sich entsprechend auf diese große Herausforderung einstellen können – gute Vorbereitung ist schließlich Alles! Heuer, wegen der 29 statt 28 Tage Februar, wird die Herausforderung, in Neudeutsch »Challenge«, eine noch größere sein.
Sie wollen wirklich wissen, worum es sich bei dieser »Dschälländsch« handelt? Wirklich? Na gut: »NoFap-February« bedeutet einen ganzen Monat lang auf Masturbation, Pornographie und auch Partnersex zu verzichten (wichtig sind angeblich die beiden erstgenannten Verzichte). Angeblich, so die Protagonisten des NoFap, sei man nach einer kurzen Zeit des Entzugs, ähnlich wie beim mit-dem-Rauchen-Aufhören, danach voll Energie und Lebensfreude und überhaupt könne man dann der Welt einen Haxen ausreißen (ich hab‘ Sie gewarnt, Sie wollten es wissen und jetzt haben Sie den Salat).
Angeblich gibt es eine Studie, die belegt, dass dadurch der Testosteronspiegel durch die Decke geht und dieser Wohlbefinden und ein Glücksgefühl erzeuge. Es gibt aber auch eine Studie, die die erste Studie widerlegt. Sie dürfen sich also aussuchen, welcher der beiden Sie glauben wollen. Ich enthalte mich mangels diesbezüglicher Fachkenntnis einer Meinung. Was wirklich als gesichert gilt ist, dass Blindheit und Rückenmarkerweichung, die seinerzeit der Jugend bei zu viel Ehschonwissen von den Altvorderen drohend in den Raum gestellt wurde, nicht eintritt.

Von mir aus machen Sie den Selbstversuch oder auch nicht. Leben Sie wie ein Mönch oder wie wir glauben, dass Mönche leben oder wie Mönche uns glauben machen, dass sie so leben, oder auch nicht. Mir egal und es geht mich auch nix an. Falls Sie wirklich nach dem »NoAlk-January« noch Gusto auf den »NoFap-February« haben machen Sie mit. Wer weiß was der März dann an Enthaltsamkeiten bringen wird.
Damit ich aber auch meinen geschätzten FederLeserinnen etwas mit auf den Weg ins (hoffentlich bald!) kommende Frühjahr mitgeben kann, möchte ich auch noch über den neuesten Modetrend aus der Welt von TikTok und Umgebung berichten. Wer meint ein offenes Hosentürl sei ein Toilettefehler der irrt. Nein, 2024 trägt die modebewusste Frau von Welt den Hosenstall offen, also zumindest ein bissl, die obersten Knöpfe der Jeans, grad so, dass sie noch an der Hüfte sitzt und nicht runterrutscht. Ganz Mutige dürfen sogar am verlängerten Rücken ihr Maurerdekolleté der staunenden Öffentlichkeit darbieten.
Naja, Gusto und Ohrfeigen sind bekanntlich verschieden, doch blöde Witze wie »Aufpassen, dass nix davonfliegt» oder »besser nach dem Pinkeln vergessen zuzumachen als vorher vergessen aufzumachen« erweisen sich als völlig unangebracht und sollten heuer unterlassen werden. Damit würde man sich nur als aus der Zeit gefallener Spießer entpuppen.
Doch so blöd, wie dieser Modetrend auf den ersten Blick scheinen mag, ist er gar nicht. Ist nämlich der Bauch gewachsen, weil der gute Neujahrsvorsatz einer Diät wie jedes Jahr im Sand verlaufen ist und die alte Hose nicht mehr um den Bund passt, lässt man einfach die obersten Knöpfe je nach Bedarf offen und schon hat man der Diät ein Schnippchen geschlagen und die Hose passt wieder. Ist das nicht fein?
Sie fragen jetzt sicher wie NoFap mit dem offenen Hosentürl zusammenhängt und wieso der alte FederLeser diese zwei Themen vermischt? Keine Ahnung, vielleicht weil der Anblick von Letzterem für die guten (?) Absichten des Ersteren eine zusätzliche Erschwernis und Herausforderung bedeuten könnte.
2024 01 30/Fritz Herzog