FederLesen

Fastenzeit ist Faszienzeit

Kaum dreht man sich einmal um, sind wir schon mittendrin in der Fastenzeit. Vorbei sind die mehr oder weniger lustigen Gschnase (ist Gschnase die Mehrzahl von Gschnas oder gibt es dieses Wort aus gutem Grund nur in der Einzahl, weil mehrere eine unerträgliche Überdosis wären? Egal!). Sämtliche Faschingskrapfen sind schon verdaut, auch wenn ihre Form um den Bauch und an der Hüfte noch sichtbar ist. Nur erachten wir sie an dieser Stelle weder als flaumig noch als zuckersüß. Das Aufstoßen der eingelegten sauren Fische des Aschermittwoch-Heringsschmauses aus den Tiefen des Magens ist dank Alka Seltzer, größerer Menge doppelt Gebranntem oder ähnlich probater Hausmittel ebenfalls schon vorüber. Kurz gesagt, es ist wieder so etwas Ähnliches wie Normalität oder das, was wir dafür halten, eingetreten.

Es ist also Fastenzeit. Bitte nicht zu verwechseln mit Faszienzeit. Letztere ist immer dann, wenn man, wie neuerdings in Mode gekommen, sämtliche Körperteile mit irgendwelchen im einschlägigen Versandhandel erworbenen Rollen oder Noppendingern aus Plastik abrubbelt (ein Schelm, wer jetzt an etwas Bestimmtes denkt! Nein! Darum geht es hier nicht!). Angeblich soll das gesund sein. Ob für die Faszien oder für die Firmen, die diese Dinger irgendwo in Fernost produzieren entzieht sich meiner Kenntnis. Vielleicht gilt hier: Sowohl-als-auch. Wer weiß?

Jedenfalls trifft sich an diesem Punkt das Faszienrubbeln mit dem Fasten. Möglicherweise lässt sich ja mit Beidem der Faschingskrapfen-Heringsschmaus-Speck um die Körpermitte entfernen.

Nach vierzig Tagen ist die Phase der Enthaltsamkeit und des Rollens und Rubbelns auch wieder vorbei. Die Kunststoffdinger kann man dann beruhigt im Keller, am Dachboden oder im hintersten Teil des Kleiderschrankes verstauen und dort verstauben lassen und vergessen. Und mit dem Fasten ist auch Schluss. Immerhin kann man dann ja den vielleicht um wenige Punkte gesunkenen Cholesterinspiegel mit größeren Mengen Osterpinzen, -eiern und -schinken wieder auf den alten Wert in die Höhe schrauben.

In diesem Sinne wünsche ich allen meinen Leserinnen und Lesern noch eine schöne und speckabbaumäßig erfolgreiche restliche Fastenzeit/Faszienzeit.

2020 03 07/Fritz Herzog

www.fritzherzog.at

Erstelle deine Website mit WordPress.com
Jetzt starten