FederLesen

Jerry Garcia und die Eiscreme

Am 9. August 1995, heute vor fünfundzwanzig Jahren starb Jerry Garcia, Gründer und Mastermind der amerikanischen Rockband Grateful Dead. Er gehört zwar nicht zur traurigen Gruppe des »Clubs 27«, aber dreiundfünfzig ist auch kein Alter zum Sterben. Die Heroinsucht hatte seinem Körper so zugesetzt, dass ihm sein großes Künstlerherz an jenem Tag den Dienst versagte.

Im Alter von vier verlor Jerry Garcia beim Holz hacken seinen Mittelfinger, was ihn nicht hinderte mit nur vier Fingern seiner rechten Hand Gitarre spielen zu lernen und schon mit elf spielte er in der Rhythm&Blues Band seines Bruders.

Das entscheidende Jahr seiner musikalischen Entwicklung war 1962 als er Ron McKernan (der übrigens später Mitglied des »Club 27« wurde), Bill Kreutzman, Phil Lesh und Bob Weir kennenlernte. Damit war die Ur-Besetzung von Grateful Dead komplett. Damals nannten sie sich aber noch »Zodiac« und ab 1965 zunächst »The Warlocks« und erst danach gaben sie sich den endgültigen Namen »Grateful Dead«; der Name »Dankbarer Tod« bezieht sich angeblich sowohl auf das Tibetanische Totenbuch als auch das Buch Tobias des Alten Testaments.

Danach ging es mit Jerry Garcia und seiner Band steil bergauf. Durch die Teilnahme an den großen Festivals in Monterey, Woodstock und Altamont schrieben Grateful Dead Rockgeschichte. Ihre größten Hits wie beispielsweise »Sugar Magnolia«, »Fire On The Mountain« oder »Scarlet Begonias« um nur wenige zu nennen, stammen fast ausschließlich aus dieser Zeit.

Jerry Garcia war aber nicht nur ein großer Musiker, sondern auch als Zeichner und Maler höchst aktiv. Über fünfhundert Werke sind von ihm gelistet – ein nicht zu unterschätzendes Œuvre, das ihn als Mensch mit vielfachen künstlerischen Talenten auszeichnet.

Ja, und wie kommt jetzt die in der Überschrift erwähnte Eiscreme zu Jerry Garcia? Jerry war zwar »cool«, wie man das heute nennen würde, aber »kalt-lässt« mich seine Musik nicht. Die Antwort ist ebenso einfach, wie sie überhaupt nicht zum Leben und Wirken Jerry Garcias passt: Bei der Speiseeisfirma Ben&Jerry’s gibt es einen Becher Kirscheis mit Schokostückchen, der den minimal abgeänderten Namen »Cherry Garcia« trägt. Ich hab‘ es nicht gekostet und beabsichtige es auch nicht, da zieh ich mir hundertmal lieber ein Video eines Konzertmitschnitts der Grateful Dead mit Jerry Garcia an der Gitarre rein!

2020 08 09/Fritz Herzog

Erstelle deine Website mit WordPress.com
Jetzt starten