FederLesen

Von hohen Bergen, Vitaminen und Fleckputzmitteln

Als Teilzeitweinviertler hat es Ihr FederLesen-Autor eher nicht so mit den hohen Bergen. Nicht, dass ich Almen und Berggipfel nicht schön fände, aber müssen die immer so hoch oben sein? Mir gelten die Berge der näheren Umgebung, also alles zwischen Galgenberg und Landmann, als Gipfel der Herausforderung und den Buschberg ohne Sauerstoff zu besteigen hielte ich beinahe schon für wagemutig. Gut, ich übertreibe, aber an die Besteigung von Großglockner, Dachstein oder Rax wage ich tatsächlich nicht zu denken. Trotzdem faszinieren mich hohe Berge auf eine Art und Weise, die ich selbst nicht beschreiben, geschweige denn, dass ich die Frage nach dem »weshalb« beantworten könnte.

[Btw, da ich schon sehr lange keine Buchempfehlung hier auf FederLesen abgegeben habe: Jon Krakauer, »In eisige Höhen – Das Drama am Mount Everest« über die Historie des großen Unglücks von 1996. Und vom selben Autor »In die Wildnis – Allein nach Alaska« über den Aussteiger Christopher McCandless, sein Leben und sein trauriges Schicksal in der Wildnis Alaskas.]

Vom höchsten Berg der Erde, dem Mount Everest, zum zweithöchsten, dem sogenannten K2 ist es nur mehr ein Gedankensprung. K2 ist nun wirklich kein vernünftiger Name für einen Berg. Bergnamen sollten schon archaisch und furchterregend klingen. Matterhorn oder Wildspitze zum Beispiel oder von mir aus Mount Irgendwas, aber doch nicht K2! Aber der heißt nun mal so, da ihn im 19.Jahrhundert ein britischer Landvermesser im Glauben er sei nur der zweithöchste des Karakorums so nannte. Der K1 hingegen, den er für höher gehalten hatte, ist in Vergessenheit geraten, sobald sich sein Irrtum als solcher herausstellte.

K2 ist aber mehr als ein Berg. Beispielsweise auch ein Vitamin, dieses hat sogar – im Gegensatz zum Berg – einen richtigen Namen und nennt sich Menachinon. Namen von Vitaminen müssen auch nicht archaisch klingen, sondern gesund. Diesfalls als der Osteoporose vorbeugend.

K2 hat aber noch viel mehr Bedeutungen. So nannte die koreanische Firma Hyundai einen Panzer so. Wahrscheinlich eher nach dem Berg als dem Vitamin, denn auch derartiges Kriegsgerät soll gefährlich klingende Namen führen, die den Feind schon aufgrund dessen allein abschrecken. Als Pazifist kenne ich mich aber mit derartigen Waffen nicht wirklich aus. Nicht zu vergessen unter dem Namen K2 gibt es auch Schi der gehobenen Preiskategorie. Ob schon jemand mit K2 den K2 talwärts gewedelt ist, entzieht sich jedoch meiner Kenntnis.

Hingegen nannte der italienische Erfinder Carlo Vanoni eingedenk der italienischen Seilschaft, die im Jahr 1954 die Erstbesteigung des K2 schaffte, alle seine Erfindungen nach dem Berg und ergänze sie der Reihenfolge nach mit einem Buchstaben des Alphabets. Erfindung »r« war dann eben das bekannte Fleckputzmittel K2r.

Letzterdings kommt uns die Bezeichnung K2 auch als Kontaktperson zwei daher, also als indirekt über eine Kontaktperson eins mit dem Virus möglicherweise infizierte Person.

Die Wahrscheinlichkeit vom Gipfel des K2 nicht lebendig zurückzukommen liegt statistisch angeblich bei etwa 20-25%. Schlimm genug! Immerhin gilt der K2 als der gefährlichste und schwierigste Achttausender. Da schaut es für die Kontaktpersonen K2 Gottseidank deutlich besser aus. In diesem Sinne: Bleiben Sie gesund, mögen Sie nie eine K2 werden und versuchen Sie auch nie den ebenso genannten Berg zu erklimmen. 2020 10 11/Fritz Herzog

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