FederLesen

Ich sitz in der Hitz‘ und schwitz!

Alle reden von der Hitze. FederLesen auch. Aber nicht nur und so will ich Sie, meine geschätzten FederLeserinnen und -Leser daran erinnern, dass in nur sechs Monaten nicht nur die Hitzewelle vorbei sein wird, sondern auch Weihnachten und damit das Endlosgedudel von »Last Christmas« auf sämtlichen Radiostationen. Kurz gesagt: alles überstanden und Silvester schaffen wir dann auch noch mit Links. Außerdem werden wir uns in dieser finsteren Zeit mit Freude daran klammern, dass auch die Tage langsam wieder länger werden und – auch wenn uns das zarte Sprießen des Frühlings dann noch fern vorkommen wird – die Hoffnung auf das erste Schneeglöckchen wird Labsal für unsere erfrorenen Seelen sein.

Deshalb lassen wir die Hitzewelle hinter uns und tauschen nicht die Winterdepression gegen eine Hitze- oder Sommerdepression. A bissl »rein ins kühle Nass», viel trinken, je nach Gusto Wasser, Saft oder Bier, kühle Räume und kühler Kopf, so überstehen wir auch diese Tage. Und sämtliche Hobbymeteorologen, die jetzt wie die Schwammerl nach einem warmen Sommerregen aus dem Boden sprießen und die uns ständig etwas mit El Niño, Hoch Hartmut (oder heißt es Helmut?), dem Golfstrom und Omega-Hochs die Ohrwascheln vollquatschen, die alle werden auch bald wieder ausgedient haben. Übrig bleiben dann wieder nur die ewig Unbelehrbaren, die uns mit deppaten Reden wie »früher war’s auch heiß«, die Fakten des menschlich geschaffenen Klimawandels ausreden wollen. Die, steht zu befürchten, werden uns auch nach dieser Hitzewelle mit ihrem Unsinn nicht in Ruhe lassen. Aber lassen wir die Deppen Deppen sein und wenden wir uns dem zweiten heißen (hab ich schon wieder »heißen« gesagt?) Thema zu.

So wie es derzeit Legionen von Hobbymeteorologen gibt, gibt es, nicht nur derzeit, derzeit aber ganz besonders, viele Hobbynationalmannschaftstrainer. Also mindestens neun Millionen minus eins. Wenn Sie jetzt fragen, wieso »minus eins« so ist das leicht erklärt: das ist der FederLesen-Autor. Als fußballerisches Nackerpatzl kenn ich mich da überhaupt nicht aus, ich weiß grad, dass das Leder rund ist, ein Spiel neunzig Minuten dauert und am Schluss die Deutschen gewinnen; so hieß es zumindest früher einmal, ob das heute noch stimmt, weiß ich nicht. Achja, und wenn man verliert, war der Schiedsrichter schuld. Sie sehen, ich bin also kaum befugt mehr über dieses Thema zu schreiben.

Eines nur, Sie gestatten mir, da ich diesen Text vor dem »Schicksalsspiel« (ich glaub das nennt man so, oder?) gegen die Algerinenser geschrieben habe und ich noch nicht weiß ob wir (wieso eigentlich »Wir«?) »Wödmasta« werden oder ob die Burschen Trumpistan wieder verlassen können und ins heiße Österreich heimreisen werden. Ob eine ganze Nation in tiefe Depression verfallen oder in permanentes Jubeln ausbrechen wird. All das weiß ich während des Schreibens dieses Textes noch nicht. Eines weiß ich jedenfalls: Morgen Sonntag um vier Uhr früh werde ich tief und fest schlafen und nicht mit trübem Auge vor dem Fernseher oder in einem der zahllosen »pablik fjuings« sitzen. Okay, schlafen werde ich nur, wenn mich nicht wieder eine Fliege an allen möglichen Körperstellen abkrabbelt und mir ums Ohrwaschel summt – aber das ist eine andere Geschichte …  

2026 06 27/Fritz Herzog

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