Nonsens-Stadt–Land
Haben Sie als Kind auch Stadt–Land gespielt? Ein Spieler sagte einen Buchstaben und die Teilnehmer mussten eine Stadt, ein Land, einen Fluss usw. mit diesem Anfangsbuchstaben aufschreiben. Wer zuerst fertig war, hat gewonnen. Hilfsmittel à la Google oder Ka-iiih waren damals noch nicht vorhanden und mussten deshalb auch nicht verboten werden.
Heute will ich so etwas Ähnliches spielen, nur, dem FederLesen-Motto »Nix Ernstes« entsprechend, als Nonsens-Stadt-Land. Es gibt doch zahlreiche Sprüche und Redewendungen, die auf Orte unserer Erde zurückgreifen.

Erstes Beispiel, kennt jeder: »Von Scheibbs bis Nebraska«. Keine Ahnung was diese beiden Orte verbindet, jedenfalls über 8.000 Kilometer. Der Begriff steht also als Synonym für große Entfernungen. Auch die ewige Frage »Schneibts in Scheibbs?« wird Winter für Winter positiv beantwortet mit »In Scheibbs schneibts!«. Ob es in Nebraska auch »schneibt« – wahrscheinlich.
Bleiben wir weiter in Österreich. »In Linz beginnt’s« lautete einmal ein Werbespruch für die oberösterreichische Landeshauptstadt, der zu einem geflügelten Wort geworden ist; keine Ahnung was dort beginnen soll. Und »In Linz müsste man sein« ließ Qualtinger seinen Travnicek sagen. Weshalb? Ebenfalls Null Idee wieso. Oder St.Pölten, meine persönliche Landeshauptstadt, über die schon Karl Farkas kalauerte »Dem Mutigen graut selten, warum graut dir vor St.Pölten?« Na, so schlimm ist St.Pölten auch wieder nicht.
Beliebt ist das Stadt-Land-Spiel auch bei den Installateuren (für meine deutschen Freunde: das sind Klempner), denn wer sonst kann mit einem »Franzosen« den »Holländer« am »Salbach« montieren (verzeihen Sie mir das vergessene zweite »a« beim Salbach, aber den Schmäh konnte ich mir nicht verkneifen. Andere Ortsnamen gefällig? Die Bedeutung der »Pariser« für die Menschheit kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden, nicht nur, aber auch, zur Verhinderung der »französischen Krankheit«. Warum man »Eulen nach Athen trägt« obwohl es doch heißt »alle Wege führen nach Rom«, und eben nicht nach Athen, das weiß ich auch nicht.
Ebenso erschließt sich mir nicht, weshalb es erwähnenswert ist, wenn »in China ein Fahrrad umfällt«, aber wahrscheinlich ist es so, wie es ist: völlig Wurscht!
Andere Orte dieser Erde gefallen wiederum durch ihren lautmalerischen Witz. Dazu zähle ich Orte wie Buxtehude, Dschibuti oder Timbuktu. Zu »Buxtehude« fällt mir nur das Lied und der Kitschfilm von »Tante Trude aus Buxtehude« ein. Zu Dschibuti? Ja, die »Mutti aus Dschibuti mit den großen …» … nein, das lass ich, so tief fliegen die Witzchen bei FederLesen auch wieder nicht. Zu Timbuktu gibt es sogar ein paar falsche Limericks wie zum Beispiel die australische Version:
»When Tim and I to Brisbane went,
We met three ladies – cheap to rent.
They were three and we were two,
So I booked one and Timbuktu…«
Doch auch Flüsse kommen bei diesem Spiel zu Ehren. Zum Beispiel der »Flügelschlag eines Schmetterlings am Amazonas« der die Welt verändert. Wenn er das tat, mir ist es nicht aufgefallen oder anders gesagt, ich führte die Veränderung nicht auf diesen Schmetterling zurück. Oder die indischen Klos in den alten Wiener Zinshäusern die »jenseits des Ganges« lagen. Und zum Abschluss hoffe ich für Sie, meine geschätzten FederLeserinnen und -Leser, sowie für mich selbst, dass »noch viel Wasser die Donau hinunter rinnt« ehe wir alle »über den Jordan« gehen.
Genug! Wenn Ihnen noch weitere Beispiele unseres Stadt-Land-Spiels einfallen, hinterlassen Sie sie mir in den Kommentaren. Ich freue mich über jede Ergänzung.
2026 07 20/Fritz Herzog