Von Kondensstreifen und Kondensmilch
Die Liebe des FederLesen-Autors zu Verschwörungstheorien aller Art setze ich als bekannt voraus. Je absurder, um nicht zu sagen: je deppater, umso lieber sind sie ihm. Was es auf diesem Sektor alles gibt, würde mittlerweile Bibliotheken füllen, gäbe es sie nicht fast ausschließlich in den sozialen wie asozialen Medien nachzulesen; also mehr digital als analog.
Doch, wie entstehen sie? Wer macht sie? Wer erfindet sie und wer kommt auf diese Ideen? Gibt es Urheberrechte auf solchen Schas? Man kennt, teilweise, die Verbreiter, wer jedoch der Urheber ist, bleibt bedauerlicherweise stets im Dunkeln. Schade eigentlich!
Deshalb habe ich mich hingesetzt, kurz nachgedacht und eine neue Verschwörungstheorie erfunden (besser: gefunden). Und auf diese erhebe ich an dieser Stelle den Urheberrechtsanspruch und wie es sich gehört verbreite ich die auch ausschließlich auf meinem Blog FederLesen. Mal schauen, ob die Welt auf diese bahnbrechende Entdeckung anspricht – ich gehe davon aus!
So, um Ihre Nerven, meine geschätzten FederLeserinnen und -Leser nicht weiter auf die Folter zu spannen, komme ich zum eigentlichen Thema meines heutigen Beitrags.
Eines vorweg: Vergessen Sie Chemtrails und alles was Sie darüber gehört und gelesen haben. Die einen sagen ja, da werden irgendwelche Chemikalien von den Flugzeugen über uns ausgestreut, die uns verblöden und zu willfährigen Opfern ebenso mysteriöser wie dunkler Mächte machen. Andere wiederum behaupten, es handle sich dabei um Dihydrogenmonoxid, was zwar außerordentlich gefährlich klingt, aber nur reines Wasser, also H2O, ist.

Beides falsch und trotzdem, wie wir gleich sehen werden, mindestens genauso mysteriös und bedrohlich, mit einem Wort: gefährlich.
Dabei ist es ganz einfach und völlig logisch. Welche Farbe haben die Kondensstreifen der Flugzeuge? Klar: Weiß. Und was gilt als Inbegriff des Weißen? Nicht sagen Sie jetzt Brautkleid oder sowas, nein, ganz einfach: Milch. Soweit alles logisch? Fein! Aber warum heißen Kondensstreifen Kondensstreifen? Hhm? Und warum heißt Kondensmilch Kondensmilch? Sehen Sie auch schon schön langsam den Zusammenhang, der sich aus dieser Ähnlichkeit der Namen ergibt?
Die Kondensmilch wurde seinerzeit, als es noch keine Kühlgeräte gab, erfunden, um Milch haltbarer zu machen. Da erfüllte sie einen Zweck. Heute, wo in jedem Haushalt mindestens ein Kühlschrank steht, ist Kondensmilch zwecklos geworden. Schlimmer noch, Kondensmilch ist in der Lage auch den allerbesten Kaffee völlig ungenießbar und untrinkbar zu machen. Jedem Barista und Kaffee Aficionado dreht es nur bei dem Gedanken an Kondensmilch den Magen um.
Wohin also mit der vielen Kondensmilch fragten sich die Kondensmilchfabrikanten eines Tages? Wie immer, wenn mächtige geheime Lobbys und hochbezahlte Lobbyisten zusammentreffen, gibt es eine Lösung: Wir streuen den Schmarren einfach per Flugzeuge über der Menschheit aus. Den notorisch in Finanznöten befindlichen Fluggesellschaften zahlt vermutlich der – selbstverständlich völlig geheime Verband der Kondensmilch Erzeuger – eine fette Apanage. Diese werden ihre überzählige Kondensmilch los und irgendein internationaler Fördertopf, der das Ganze finanziert, findet sich ohnehin immer.
Nur wir müssen aufpassen, wenn wir an einem sonnigen Tag im Freien sitzen und einen guten Espresso genießen, dass nicht gerade ein Flugzeug über uns fliegt und uns mit der verschütteten Kondensmilch den guten Kaffee versaut.
So, jetzt bin ich gespannt, wie schnell und umfassend diese neue, von mir exklusiv für FederLesen entwickelte Verschwörungstheorie viral geht, wer sie aufgreift und wer sie verbreitet.
2026 06 10/Fritz Herzog