FederLesen

Fad ist’s?

Gestern aufgeschnappter Krisendialog zweier Busfahrer in Wien an einer Busendstation:

Busfahrer 1: Schau a bissl motivierta

Busfahrer 2: Fad is…!

Busfahrer 1: Von mir aus kennts imma so sei

Busfahrer 2: Na, waun goa kane Leit san…

Wir sehen, dass es auch unter den Busfahrern der Wiener Linien unterschiedliche Sichtweisen hinsichtlich der gewünschten Anzahl von Fahrgästen geben kann. Während Busfahrer 1 scheinbar nichts gegen Leerfahrten einzuwenden hätte, wünscht sich Busfahrer 2 doch ein gewisses Fahrgastaufkommen. Ob Busfahrer 1 den Sinn seines Berufes, nämlich Passagiere von A nach B zu befördern, ganz erfasst hat, lasse ich an dieser Stelle einmal dahingestellt. Ja, nicht nur »Auf der Lahmgruab‘n und auf der Wieden, da san die Gusto sehr verschieden«, sondern auch unter den Buslenkern der Wiener Verkehrsbetriebe sind die Gusto, wie man sieht, recht verschieden. Egal ob Lahmgruab’n oder Wieden oder diesfalls eben Stadlau, wo ich Zeuge obigen Dialogs geworden bin.

Jetzt aber einmal Scherz beiseite, was tut man nicht alles, wenn man kaserniert ist, das Home-Office erledigt hat und es wird langweilig? Es also »fad is«, wie es Busfahrer 2 so treffend formuliert hat. Die Wohnung glänzt und alle Laden und Kästen sind bis ins hinterste Fach blitzblank. Selbst an versteckten Orten des Schlafzimmerschrankes, wo unvermittelt zwischen dem Lurch längst für verschollen gehaltene Dinge zur Freude und zum Staunen der Besitzer, aufgetaucht sind. Alles ist wie frisch vom Ikea. Was dann?

Als Ihr sehr ergebener FederLeser muss ich Ihnen natürlich Lesen als Alternative vorschlagen. Ob das jetzt Mickey Mouse und Perry Rhodan sind oder Goethe und Schiller bleibt jedem selbst überlassen. Ich, ich gestehe es demütig, werde auch diesmal den Ulysses und den Mann ohne Eigenschaften wieder nicht lesen. Ob sich das in diesem Leben noch ausgeht, scheint mir zweifelhaft. Aber es gibt ja Gottseidank genug anderen Lesestoff. Was, will ich im Moment noch nicht verraten. Vielleicht gibt es hierorts bald mehr darüber. Stay tuned bei FederLesen, g’sund bleiben und nicht nervös werden, auch wenn‘s »fad is«.

2020 03 19/Fritz Herzog

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