FederLesen

Perseus und der Heilige Laurentius

Bei oberflächlicher Betrachtung sind kaum Gemeinsamkeiten zwischen Perseus, dem Sohn des griechischen Göttervaters Zeus und einer gewissen Danaë und dem Hl.Laurentius zu finden. Auch dass letztgenannter Heiliger als Schutzpatron der Bäcker und Bierbrauer, aber auch der Archivare und Bibliothekare gilt und nebenberuflich auch bei Hexenschuss und Ischias Schmerzen angerufen werden kann, hilft da nicht weiter. Weit und breit kein Zusammenhang zu Perseus; da dieser in der griechischen Mythologie als sogenannter Halbgott galt, können wir Hexenschüsse und ähnliche Leiden bei ihm mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausschließen.

Aber lassen wir den Perseus Perseus sein, denn außer, dass er mit Athenes Hilfe und unter Zuhilfenahme eines faulen Tricks der hässlichen Gorgone Medusa das Haupt abgeschlagen hat, hat er nicht wirklich Großes in seinem Leben vollbracht.

Ganz anders der gute Laurentius. Als Diakon von des Papstes Sixtus Nummer Zwei Gnaden tat er allerlei gute Werke und verteilte Vermögen an die ärmsten Menschen in Rom. Gut so! Dies tat er so lange, bis sein Treiben dem Kaiser Valerian zu bunt wurde und dieser ihn auf dem Scheiterhaufen verbrennen ließ. Bis dahin ein ganz normales Märtyrerschicksal, wäre da nicht die Legende, dass er, schon rundherum angebrannt, noch Scherze mit seinen Peinigern trieb. So soll er seinem Henker vom Feuer aus zugerufen haben, er möge ihn doch bitte wenden, denn er sei auf der einen Seite schon gar.

Klingt makaber, aber ich kann dem Mann ein ordentliches Maß an Galgenhumor nicht absprechen. Sowas gefällt halt – makaber hin oder her – ihrem FederLesen-Autor mit seinem Faible für schrägen Humor. Solch ein Humor verdient wirklich den postmortalen Aufstieg in den Zustand der Heiligkeit! (Zumindest beim Laurentius, beim FederLesen Autor sicherlich weniger).

Mitte August fallen jedes Jahr regelmäßig große Mengen Sternschnuppen vom Himmel, die sogenannten Perseiden. Angeblich kann man sich beim Anblick einer solchen Schnuppe etwas wünschen. Die Luder verglühen aber regelmäßig schneller als ich mir etwas wünschen kann und so bleiben mir zahllose zu langsam oder zu spät gedachte Wünsche unerfüllt. Aber das nur nebenbei.

Perseiden heißen diese verglühenden Dinge deshalb, weil sie aus dem Sternzeichen des Perseus heraus zu kommen scheinen (Aha, der Perseus!). Wir nähern uns bereits dem Laurentius. Dessen Todestag ist – ob unter Scherzen und/oder Schmerzen verbrannt oder nicht ist an dieser Stelle egal – der 10.August, also etwa die Zeit in der besonders viele Sternschnuppen aus dem nächtlichen Perseus am Himmel herauszupurzeln scheinen. Darum werden diese Sternschnuppen manchmal auch Laurentiustränen genannt (Aha, der Laurentius!). Wenn der gute Laurentius angesichts des ihn bratenden Feuers tatsächlich gescherzt hat, können es aber nur Tränen der Freude und des Lachens gewesen sein. Und das, ehrlich gesagt, imponiert mir. Und, nochmals nebstbei, hoffe ich, dass mein Wunsch an die Perseiden Hexenschuss und Ischias Schmerzen von mir fernzuhalten, mit Hilfe des Hl.Laurentius in Erfüllung gehen mag!

2020 08 13/Fritz Herzog

Erstelle deine Website auf WordPress.com
Jetzt starten