FederLesen

Glaubenskrieg

Gleich im ersten Beitrag mit so einem schwierigen Thema beginnen? Ja, es muss einfach sein!

Dabei geht es mir hier nicht um einen von irgendwelchen fragwürdigen Typen irgendwelcher ebenso fragwürdiger Religionen oder Sekten, gleich welcher Provenienz, ausgelösten Glaubenskrieg. Auch geht es nicht um so essentielle Glaubensfragen, denen ich mich zur Schulzeit stellen musste, wie zum Beispiel Rapid oder Austria (Austria!) oder, noch härter, Beatles oder Rolling Stones (keine Frage, selbstverständlich die Stones!).

Nein, es geht um einen viel schlimmeren Glaubenskrieg: Einen, der lukullisch-kulinarischer Natur ist. Jeder der ein gutes Risotto liebt muss sich früher oder später der Glaubensfrage Arborio oder Carnaroli stellen. Daran führt kein Weg vorbei. Um diese Glaubens-, ich will fast sagen Lebensfrage, kann man sich als Risottokoch nicht herumschummeln. Die Anhänger der Sorte Vialone spielen in diesem Glaubenskrieg – um bei obigen Beispielen zu bleiben – eher die Rolle der Admira oder des Sportclubs oder der Bee Gees und der Beach Boys.

Zu der ganzen Malaise kommt noch hinzu, in Demut muss ich es bekennen, dass ich die größte aller Sünden eines Glaubenskriegers begangen habe: Ich bin Konvertit. Ich weiß, es ist schlimm das zu gestehen, aber ich bin von Arborio zu Carnaroli konvertiert.

Schon in meinem ersten Posting hier, dessen bin ich mir bewusst, setze ich mich der Gefahr eines shitstorms seitens der Arboriofraktion aus, dass mir Hören und Sehen vergehen wird. Aber, wie jeder Konvertit, habe ich die Konsequenzen meiner Entscheidung zu tragen.

So, und jetzt gehe ich in die Küche und bereite ein Risotto zu.

Fritz Herzog/2020 01 30

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