FederLesen

Der Dunning-Kruger-Effekt

Heute gibt es zur Abwechslung einmal einen beinahe wissenschaftlichen Beitrag auf FederLesen. Aber, keine Angst, es bedarf dazu keiner besonderer Vorkenntnisse und auch nicht das Wissen und den Intellekt eines Nobelpreisträgerkandidaten. Wer hat den schon? Na, ich sicher nicht!

Nein, heute geht es um den sogenannten Dunning-Kruger-Effekt. Noch nie gehört? Macht nix! Ich bis vor Kurzem auch nicht. Was einerseits kein Wunder ist, denn ich beschäftige mich wenig mit wissenschaftlichen Themen. Andererseits verwundert es doch, denn die lebenden Beweise für die Richtigkeit dieses Effekts begegnen uns, wie wir gleich sehen werden, tagtäglich im Alltag.

Etwas geschwollen formuliert wird der genannte Effekt folgendermaßen definiert: »Als Dunning-Kruger-Effekt wird die systematische fehlerhafte Neigung im Selbstverständnis inkompetenter Menschen bezeichnet, das eigene Wissen und Können zu überschätzen.«

Sorry, das war jetzt wirklich ein wenig gar zu geschwollen, darum versuche ich es ein wenig einfacher: »Je weniger jemand von irgendwas eine Ahnung hat, umso mehr ist er davon überzeugt sehr wohl eine Ahnung davon zu haben». Oder, noch einfacher: »Das Selbstbewusstsein ist umso höher, je weniger man weiß«. Umgangssprachlich kurz und prägnant heruntergebrochen könnte man auch sagen »Je blöder, desto oberg’scheit«. Aber diese Definition wäre den Herren Dunning und Kruger sicherlich zu vulgär und wahrscheinlich auch jedem Populärwissenschaftler zu populärwissenschaftlich.

Dunning und Kruger, zwei amerikanische Soziologen, haben bei ihren Forschungen festgestellt, dass wenig kompetente Personen ihre eigenen Fähigkeiten oft überschätzen, was zur Folge hat, dass sie ihre eigene Inkompetenz nicht erkennen und – am allerschlimmsten – die überlegene Kompetenz anderer nicht erkennen können (oder wollen – füge ich hinzu).

Ich will am dieser Stelle auch gar nicht tiefer in die Materie eindringen, denn, zumindest mir ging es so, als ich erstmals vom Dunning-Kruger-Effekt las, begann ich sofort an bestimmte Personen zu denken. Und genau das will ich hier nicht. Das überlasse ich lieber meinen geschätzten Leserinnen und Lesern wer Ihnen aus Beruf, Politik, Umfeld, Familie oder sonstwo spontan einfällt. Ich enthalte mich an dieser Stelle, der hehren (sic!) Wissenschaft geschuldet, jedweder Wertung.

Und zuletzt stellte ich mir überhaupt die Frage, bin ich womöglich selbst der lebende Beweis? Aber das wäre eine andere Geschichte.

2020 05 23/Fritz Herzog

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