FederLesen

Fremdsprachen und Bier

Die Urlaubssaison ist über uns hereingebrochen und wer diese nicht in heimatlichen Gefilden verbringt, den oder die zieht es meistens gen Süden an einen der Strände rund um das Mittelmeer. Doch wie sieht es aus mit der Verständigung mit den Bewohnern dieser Regionen? Kann man gerade noch in Griechenland Souvlaki und einen Ouzo, in Italien einen Pizza, Gelati und Kaffee und in Spanien Paella und Sangria bestellen? Zu mehr reichen die Fremdsprachenkenntnisse nicht? Vielleicht noch bitte, danke, guten Morgen und guten Tag, aber das war es dann auch schon mit der Verständigung bei der autochthonen Bevölkerung. Schade eigentlich!

Warum also nicht Fremdsprachen lernen und was liegt näher als die Sprache der bevorzugten Urlaubsdestination zu erlernen. Zumindest ein bissl halt, damit der Wortschatz über die oben erwähnten Beispiele hinausgeht. Wenn nur, werden Sie, meine geschätzten FederLeserinnen und -Leser jetzt einwenden, das Erlernen von Fremdsprachen nicht gar so schwer wäre.

Ja, das stimmt und nein, denn es gibt Hilfsmittel. Ich rede da jetzt nicht von irgendwelchen Onlinekursen, Konversationen mit »native speakern« oder langwierigen teuren Auslandsaufenthalten. Nein, es gibt ein einfacheres Hilfsmittel.

Einem Forscherteam der Universität Maastricht, der Universität von Liverpool und des King’s College London verdanken wir die hilfreiche Erkenntnis, dass es unter Alkoholeinfluss leichter ist eine Fremdsprache zu erlernen. Veröffentlicht wurde deren Studie im »Journal of Psychopharmacology« der »British Association for Psychopharmacology«.

Um jedoch an dieser Stelle keine Missverständnisse aufkommen zu lassen, es gibt da promillemäßig selbstverständlich Obergrenzen. Wird jenseits einer bestimmten Promillegrenze die Sprache – und sei es auch die Muttersprache – undeutlich und klingt nur mehr wie irgendwas zwischen Suaheli und Vorarlbergerisch, ohne es zu sein, so ist das kontraproduktiv und verunmöglicht das Erlernen von Fremdsprachen. Nein, es geht um mäßigen Konsum alkoholhältiger Flüssigkeiten.

Wie immer, wenn kluge Wissenschaftler eine Studie machen, suchen sie sich Probanden und teilen diese in zwei Gruppen. Diesfalls waren es deutsche Studenten an der Universität Maastricht, die dort Niederländisch erlernen sollten. Der einen Hälfte gab man vor dem Test die Menge Alkohol, die etwa einer Flasche Bier entspricht und die andere Hälfte erhielt nur einen Fruchtsaft.

Und – Überraschung! – die Studenten mit dem Bier erzielten signifikant bessere Testergebnisse als die Fruchtsafttrinker. Vor allem die Aussprache war unter Alkoholeinfluss deutlich besser. Warum das so ist, darüber haben die Forscher auch nur Vermutungen und keinen wissenschaftlich belegbaren Beweis – schade eigentlich. Die Vermutung war, dass schon geringe Mengen Alkohol die Zunge ein wenig enthemmt, was das Reden in fremder Sprache leichter macht.

Mag so sein. Meine völlig unwissenschaftliche Vermutung liegt darin, dass es an der unseren Kehlkopf verkrampfenden niederländischen Sprache gelegen hat. Ob das mit Italienisch oder Spanisch auch funktionieren würde, das lasse ich an dieser Stelle einmal dahingestellt. Dazu wäre eine weitere Studie notwendig.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine schöne Zeit und wenn Sie sich im Urlaub verständigen wollen, bestellen Sie sich in Griechenland eine Flasche Mythos oder Fix-Bier, in Italien ein Moretti oder Peroni und in Spanien ein Estrella oder San Miguel und nicht das weltweit erhältliche holländische Einheitsbier. Autochthones Bier hilft sicher besser beim Sprachelernen.

2026 07 11/Fritz Herzog

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