FederLesen

Was kommt eigentlich nach der Generation Z?

Gelästert wird über die sogenannte Generation Z was das Zeug hält. Hackeln wollen sie nicht. Faul sind sie bis zum Abwinken und überhaupt sind sie Hedonisten zum Quadrat. Soweit die Klischees. Und wenn ich schon bei den Klischees bleiben darf, sei die Frage erlaubt, was denn die Generation Z von den Baby-Boomern unterscheidet? Die sind ja alle in Frühpension, sind also auch faul und wollen nix hackeln und Hedonisten sind sie sowieso, beschränkt sich doch ihr Lebensplan auf die Frage, ob sie auf die Malediven oder doch lieber nach Mauritius in den Urlaub fliegen sollen.

Fix nocheinmal, jetzt ist aber Schluss mit blöden Klischees, ein bissl mehr Seriosität ist auf FederLesen schon geboten!

Definiert wird die Generation Z als die zwischen 1995 und 2010 Geborenen. Und sie machen es einem auch nicht leicht. Da kursiert zum Beispiel ein Video auf einer nach dem Geräusch alter Wecker benannten Plattform, wo eine junge Frau unter Tränen behauptet, sie hätte einen Nervenzusammenbruch erlitten, weil sie nach dem Studium draufgekommen ist, dass sie täglich acht Stunden arbeiten soll, 36.000 Euro im Jahr verdient und nur 30 Tage Urlaub bekommt.

Sagen wir einmal das Video sei echt und es ist keines von diesen Deep-Fake-Dingern, geboren aus einer künstlichen Unintelligenz. Dann sag ich »armes Hascherl, wach auf« und geh‘ zur Tagesordnung über. Ist das Video jedoch ein Fake, dann wird die Sache schlimmer. Was bezwecken die Macher eines solchen Machwerks? Wohl doch genau das, die oben erwähnten Klischees zu untermauern.

Mein Motto bei diesen Dingen ist immer »im Zweifel zweifle ich«. Dass das Alles nichts Neues ist, ist seit 3000 Jahren bekannt. Schon die alten Babylonier haben es in eine Steintafel geritzt: »Die heutige Jugend ist von Grund auf verdorben, sie ist böse, gottlos und faul. Sie wird niemals so sein wie die Jugend vorher, und es wird ihr niemals gelingen, unsere Kultur zu erhalten«. Das ist nur insofern richtig als die babylonische Kultur tatsächlich untergegangen ist, was aber sicher nicht das war, was der Autor damals sagen wollte.

Auch so ein weiser Mann wie Sokrates konnte sich irren, als er schrieb »Die Jugend von heute liebt den Luxus, hat schlechte Manieren und verachtet die Autorität. Sie widersprechen ihren Eltern, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer«.

Welche Generation hat nicht ihre Lehrer tyrannisiert? Einen Lehrer Lämpel wie Max&Moritz hatten wir wohl alle. Und von Manieren rede ich gar nicht. Ich selber schlug zwar in Jugendtagen nicht die Beine im sokratischen Sinne übereinander, pflegte sie allerdings gelegentlich lässig auf den Tisch zu legen, was mein Vater stets mit dem Satz »Füße runter, wir sind ja nicht bei den Amerikanern« kommentierte. Auch so ein Klischee: die Amerikaner als Inbegriff schlechten Benehmens.

Jetzt wird es aber höchste Zeit auf die eingangs gestellte Frage, was denn der Generation Z folge, zu kommen. Z ist doch der letzte Buchstabe im Alphabet, kommt also nichts mehr, so in dem Sinne wie man einem chaldäischen Keilschrifttext entnehmen kann: »Die jungen Leute hören nicht mehr auf ihre Eltern. Das Ende der Welt ist nahe«. Die Generation Z als das Ende der Welt? Rien ne va plus? Schluss! Aus! Ende?

Ich kann Sie, meine geschätzten FederLeserinnen und -Leser beruhigen, die nächste Generation nennt sich Generation Alpha und besucht derzeit die Schule (siehe oben unter: »Lehrer tyrannisieren«), den Kindergarten oder, weil es die Geburtsjahrgänge 2010 bis 2025 betrifft, existieren sie noch als mehr oder minder lustvolle Gedanken ihrer Eltern.

Und von Alpha bis Omega ist noch viel Platz für kommende Generationen. Wir werden alle die Generation Omega nicht erleben, ich bin aber überzeugt, auch die werden ihre Sache gut machen.

2023 11 07/Fritz Herzog

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