Außerirdische im Kreisverkehr
In Gaweinsthal sind Außerirdische gelandet. So steht es zumindest in den einschlägigen, stets der Wahrheit und den wirklich weltbewegenden Dingen verpflichteten Zeitungen; also muss es auch stimmen. Gaweinsthal, in früheren Zeiten hat es Gaunersdorf geheißen, doch das dürfte bei den Bürgern und, wahrscheinlich noch mehr: bei den Bürgermeistern, falsche Assoziationen hervorgerufen haben, ist ein Ort nördlich von Wien, so etwa in der Mitte zwischen Wolkersdorf und Mistelbach (so viel für meine nicht weinviertelaffinen FederLeserinnen und -Leser).
Und dort, direkt neben der Autobahn A5, sind sie gelandet, die Außerirdischen. Gesehen hat sie wieder einmal keiner, wie das meist so ist mit den intergalaktischen Besuchern. Außer Erik von Däniken und vielleicht noch ein paar einschlägigen Spezialisten hat die noch nie jemand gesehen. Sind sie grün, haben sie drei Augen und sieben Zehen oder umgekehrt? Niemand weiß es.
Warum ist es dann bekannt, dass sie Gaweinsthal einen Besuch abgestattet haben? Ganz einfach, sie hinterließen einen etwas devastierten Landeplatz. Wie es sich für fliegende Untertassen schickt, war der kreisrund. Kreisrund, wie mit einem Zirkel vermessen. Warum die immer mit fliegenden Untertassen kommen und nicht mit etwas, dass aussieht wie eine Saturnrakete oder ein Spaceshuttle oder das Raumschiff Enterprise ist leicht erklärt: so altmodische Dinger stellen die längst nicht mehr her. Die Frage, weshalb der verhaltenskreative Erfinder von Space X keine Untertassen ins All schickt und noch immer »normale« Raumschiffe baut, die Frage bleibt offen.
Kreisrund war also der Gaweinsthaler Landeplatz. Kreisrund ist gar viel im Weinviertel. Jede Menge Kreisverkehre zum Beispiel. Als Freund skurriler Verschwörungstheorien sehe ich da wieder einmal einen Zusammenhang: Diese Unzahl von Kreisverkehren sind nichts anderes als Landeplätze für die Außerirdischen und damit die Aufforderung diesen schönen Landstrich zwischen Donau und Thaya und Manhartsberg und March zu besuchen.

Vielleicht war es ja ein findiger Vermarkter von Weinviertler Wein, der in der Hoffnung auf Erschließung von neuen Absatzmärkten jenseits der Milchstraße, diese zündende Idee hatte. Warum sollte Grüner Veltliner den ebenso grünen Männchen da draußen in der schieren Unendlichkeit des Universums nicht auch schmecken? »Kommt, landet hier, da haben wir etwas Gutes für Euch«. So, oder so ähnlich könnte die versteckte Botschaft hinter den zahllosen Kreisverkehren gelautet haben.
Leider dürfte das Wissen um die geheimen Landeplätze sich nicht durch alle Instanzen der Landesverwaltung und der Asfinag durchgesprochen haben. Wie könnte es sonst anders sein, dass mittlerweile beinahe alle Kreisverkehre/Landeplätze mit irgendwelchen mehr oder weniger (meist eher weniger!) kreativen Objekten verstellt und damit als Landeplatz ungeeignet gemacht wurden. Kommunikation war schon immer ein Problem der verschiedenen Verwaltungen.
So fanden die armen Außerirdischen auf ihrem Weg ins Weinviertel keinen geeigneten Landeplatz, weil alle mit einer »Verhübschung« verstellt waren und mussten auf einen Acker ausweichen. Warum ausgerechnet Gaweinsthal? Die Frage kann ich nicht beantworten. Vielleicht war es Zufall. Vielleicht die verkehrsgünstige Lage an der A5.
Abschließend noch ein Geheimtipp an die außerirdischen Besucher in der Hoffnung, dass diese vielleicht auch FederLesen lesen – über diese Reichweite würde ich mich intergalaktisch freuen. Es gibt noch einen nicht verhübschten und ergo als Landeplatz geeigneten Kreisverkehr. Er liegt am Ende der A5. Kommt das nächste Mal dorthin, denn zum Wein für die Milchstraßenbewohner einzukaufen liegt der sehr verkehrsgünstig zwischen Falkenstein, Poysdorf und Herrnbaumgarten.
2024 06 22/Fritz Herzog