FederLesen

Dubai Schokolade

Alle reden über die Dubai Schokolade, warum nicht auch FederLesen? FederLesen springt doch immer gern auf jeden Hype auf, je absurder, je lieber, oder, weniger fein ausgedrückt: je deppater, desto lieber. Also springen wir hinein in diesen angeblich ultimativen süßen Genuss.

Zunächst, woher der Name? Schweizer Schokolade kommt aus der Schweiz. Belgische Schokolade aus Belgien. Dubai Schokolade kommt aus … falsch! … überall her. Zotter Schokolade macht der Herr Zotter. Lindt Schokolade die Firma Lindt. Und – zweiter Versuch – Dubai Schokolade macht der Herr … abermals falsch! … nicht der Herr und nicht die Firma Dubai.

Ist auch irgendwie logisch, denn die Mozartkugeln hat Mozart genauso wenig erfunden, wie die Schwedenbomben aus Schweden kommen und es auf unseren Almen auch keine lila Kühe gibt

Ja fixnocheinmal, warum heißt die dann so? Also, es gibt dazu eine Legende. Gute Geschichten brauchen immer eine Legende, oder, um es in meinem geliebten Neudeutsch auszudrücken: ein Narrativ. Der Begriff Narrativ kommt nicht daher, dass ihn ein Narr erzählt hat, wiewohl man manchmal fast daran glauben könnte, nein, es handelt sich schlicht und einfach um ein »Gschichtl«. Das braucht’s einfach um jeden Schmarren an den Mann oder an die Frau zu bringen, egal ob Waschmittel, eine Partei oder eben eine Schokolade. Jeder Marketing Student im ersten Semester weiß das und jeder Werbe-Fuzzi wird das bestätigen.

Doch zurück zur Legende, zum G’schichtl: Es war einmal (kommt Ihnen der Beginn bekannt vor?) eine schwangere Frau in Dubai (aha, also doch Dubai!) und dieser Frau wurde die Zeit bis zur Entbindung scheints zu lang und – so vermute ich – ihr war die ewig abwechselnde Ernährung mit Essiggurkerln und Schokolade auch zu fad.

Schokolade hatte sie zu Hause, ebenso so eine giftgrüne Pistaziencreme (das ist so eine Art Nutella mit Pistazien anstatt Haselnüssen) und Kadayif, das, Allah allein weiß warum, auch Engelshaar genannt wird, denn es handelt sich dabei nur um eine gebratene Bappe aus Mehl und Kukuruz-Stärke, die zu Fäden gesponnen wird. Besagter Dame in guter Hoffnung kam nun die Idee dieses Pistazien-Zeug mit der Mehl-Kukuruz-Bappe zu vermischen und in die Schokolade zu füllen. Ähnlich wie manche Schokoladeriegel mit Marzipan, Nougat oder Ähnlichem gefüllt sind. So weit, so wenig aufregend.

Doch das ist noch nicht das Ende des G’schichtls. Besagter Dame, wahrscheinlich war der Bamperletsch längst auf der Welt, lief eine deutsche Influencerin über den Weg. Ungern wiederhole ich meine eigenen Schmäh, aber vielleicht kennen ihn einige noch nicht und ich kläre auf: Influencer sind nicht an der Grippe, der Influenza, erkrankte Personen, sondern Leute, die via Internet der Menschheit alles Mögliche und Unmögliche anzudrehen versuchen. Oft genug, so auch hier, gelingt es ihnen.

Diese Influencerin kam nach Dubai, entdeckte diese Art der Schokolade, stellte ein paar liebe nette Filmchen auf Instabook, Facegram, Tok-Tik oder wie diese ganzen Plattformen alle heißen, ins Weltweitnetz und Schwuppdiwupp war der Hype geboren und alle Welt kauft das süße Zeug wie net g‘scheit, dass die einschlägigen Schokoladeproduzenten mit der Herstellung nicht mehr nachkommen.

Ja, so funktioniert die Welt, einmal mit einer Schokoladenfülle auf die die halbe Menschheit abfährt und ein andermal pickt einer eine Banane mit Klebeband auf eine Mauer und kassiert dafür ein paar Mille. Klingt alles simpel – is es auch!

2024 11 22/Fritz Herzog

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