Doppelgänger gefällig?
Albert Einstein soll gesagt haben »die menschliche Dummheit und das Universum sind unendlich, bei letzterem bin ich mir jedoch nicht sicher«. Von der Richtigkeit des ersten Teils der Aussage überzeugt uns der tägliche Blick in die diversen Medien zwischen Mar-a-Lago und Wladiwostok oder auf die diversen Plattformen der sogenannten sozialen Medien. (Apropos, heißen die Platt-form, weil vieles des dort Geäußerten ziemlich »platt« daherkommt?).
Den zweiten Teil von Einsteins Bonmot haben jetzt Wissenschaftler des »MIT«, des »Massachusetts Institute of Technology« aufgegriffen und glauben herausgefunden zu haben, dass das Universum tatsächlich endlich sei, Einsteins Unsicherheit also berechtigt war. Doch sie gehen noch weiter, sie vermuten, dass unser Universum nicht das einzige sei, weshalb sie statt »Universum« »Multiversum« sagen. Dass es also hinter dem, was wir so landläufig unser Universum nennen, noch weitere gibt oder geben könnte.
Soll von mir aus so sein, ich verstehe dieses hochwissenschaftliche Zeug ohnehin nicht und auf meiner Bucket-List jener Destinationen, die ich in meinem Leben noch bereisen und kennenlernen will, stünden so ferne Orte ohnehin nicht.
Aber es kommt noch dicker! Wenn es also – spinnen wir den Gedanken der Leute des MIT weiter – schon in unserem Universum zahllose Galaxien mit noch zahlloseren (kann man das Wort »zahllos« steigern?) Planeten gibt, wie viele (am zahllosesten?) Galaxien und Planeten muss es dann erst in den diversen Multiversen drumherum geben?
Wenn es demnach so viele Universen da draußen in der Unendlichkeit und dahinter gibt, dann gibt es, statistisch gesehen, mit ziemlicher Sicherheit irgendwo auch wieder so etwas wie unsere Erde. Bewohnt, mit irgendeiner Form von Kultur, die, siehe oben, auch eine Unkultur sein kann. Wahrscheinlich ebenfalls zahllos, zahlloser, am zahllosesten.
Noch einen Schritt weiter ging nun der Wissenschaftler Max Tegmark vom MIT, der zu errechnen versuchte wo es denn einen absoluten Doppelgänger von ihm, von mir und – ja – auch von Ihnen, meine geschätzten FederLeserinnen und Leser denn gäbe. Keine Sorge, sie werden den Typen, den Mann, die Frau, der oder die Ihnen bis aufs Haar und bis ins letzte Futzerl Ihrer DNA gleicht, nie kennenlernen.

Denn, so errechnete Mr. Tegmark, der oder die ist 101025 km (in Worten: 10 hoch 1025 Kilometer) oder nochmals anders gesagt eine Eins mit 1025 Nullen hinterher von uns entfernt. Sie werden ihn also nie besuchen können und ebenso gering scheint die Wahrscheinlichkeit, dass er eines schönen Tages seine fliegende Untertasse vor Ihrer Haustüre parkt, bei Ihnen klingelt und »Hallo Du«, oder richtiger »Hallo Ich« zu Ihnen sagt.
Wie Mr. Tegmark gerade auf diese exakte Entfernung, nicht 1024 und auch nicht 1026, gekommen ist, hat sich mir nicht erschlossen, aber, wie gesagt, in diesen hochwissenschaftlichen Sphären bin ich ein geistiges Nackerpatzl, das den exakten Rechenvorgang nicht nachvollziehen kann und ohne Ihnen nahetreten zu wollen, Sie können es wahrscheinlich auch nicht. Glauben wir es ihm also.
Doch, Spaß beiseite, dass es irgendwo dort draußen einen zweiten, völlig identen Fritz Herzog gibt, der einen mehr oder weniger spaßigen und skurrilen Blog namens FederLesen betreibt, das ist schon etwas gruselig. Finden Sie nicht? Mir genügt zum Gruseln schon mein Doppelgänger, der mir gelegentlich am Morgen nach einer langen Nacht aus dem Spiegel entgegenschaut, da brauch ich keinen aus dem Multiversum.
2025 02 23/Fritz Herzog