FederLesen

Amerika vs. Europa

Keine Sorge, nein, FederLesen war nie politisch und wird es auch nicht werden. Auch wenn es in den letzten Tagen zwischen östlich und westlich des Atlantiks ziemlich geknirscht hat, derartiges soll anderswo Platz haben, aber nicht hier. Nein, heute geht es um Unterschiede gänzlich anderer Art, zwischen Amerika, gemeint sind die USA, und Europa. Einen kleinen Warnhinweis muss ich zu Beginn jedoch schon geben, es wird nicht ganz jugendfrei, also vielleicht ist es besser, wenn Sie sich beim Lesen nicht von Ihren minderjährigen Mitbewohnern und -innen über die Schulter speanzeln lassen.

Es gibt eine neue wissenschaftliche Erhebung über etwas allzu Menschliches, die ich Ihnen nicht vorenthalten kann: Diesseits und jenseits des Atlantik wurden 1.190 Frauen und Männer zwischen 18 und 84 (!) Jahren befragt, wie sie es so mit dem Blowjob hielten, also, ja, ääh, wir wollen an dieser Stelle nicht in die schmuddelig pornografische Ecke abdriften und sachlich wissenschaftlich korrekt bleiben, nennen wir es deshalb besser Fellatio. Gefragt wurde nach der Wichtigkeit, der Dauer und drittens … doch dazu später.

Fast 3/4 der Männer und fast 2/3 der Frauen erachten sie für wichtig und nur für 17% der Frauen und 9% der Männer ist sie bedeutungslos, also wurscht. So weit, so wenig überraschend.

Unterschiede zwischen den Geschlechtern und den beiden Teilen dies- und jenseits des Atlantiks tun sich erst bei den Antworten nach der Dauer auf. Bevorzugen Amerikanerinnen eine Dauer von 11:06 Minuten, geben es die Europäerinnen mit 9:14 Minuten deutlich flotter. Fragen Sie mich bitte an dieser Stelle nicht, wie die das auf die Sekunde genau erhoben haben und schalten Sie an dieser Stelle dringend Ihr Kopfkino aus; ich vermute es handelt sich dabei schlicht und einfach um errechnete Durchschnittswerte.

Europäische wie amerikanische Männer bevorzugen es rascher, und zwar jeweils um etwa eine Minute kürzer als die Damen ihres zugehörigen Kontinents. Leider wurde nicht erhoben warum das so ist. Genießen Amerikanerinnen mehr als Europäerinnen und ziehen es deshalb mehr hinaus? Und sind Männer eher auf schnell-schnell aus? Die Vermutungen dürfen Sie an dieser Stelle selbst anstellen.

Doch bevor Sie an dieser Stelle mit dem Lesen aufhören und womöglich mit der Stoppuhr in der Hand und Ihrer Liebsten oder Ihrem Liebsten sich ins Schlafzimmer zurückziehen – tun Sie es bitte noch nicht – zur letzten erhobenen Frage der Studie:

Die Frage ist – wie drücke ich es am besten aus? – wohin mit dem Ergebnis hintennach? Denn wie für den Sommelier bei der Weinverkostung ist auch hier der Abgang nicht gänzlich ohne Bedeutung. Da sagen knapp 30% der Amerikanerinnen und etwa 35% der Europäerinnen nie, niemals, kommt gar nicht in Frage! Gelegentlich über oft bis immer sagten immerhin 55% der Amerikanerinnen und nicht ganz die Hälfte der Europäerinnen.

Nun, was sagt uns das alles? Wahrscheinlich ist alles ein wenig zu simpel. Was ist »Amerika«, was »Europa«? Frug man in Europa am Polarkreis oder in Palermo, in Brüssel oder in Bukarest, in Trondheim oder Tirana, in Lissabon oder Łódź. Heißt es doch schon in einem alten Wienerlied »auf der Lahmgruab´n und auf der Wieden da san die Gusto sehr verschieden«. Und Amerika? Sangen nicht schon die Beach Boys Anno 1965 in ihrem Hit »California Girls« von den Unterschieden der »East coast girls«, den »Southern girls«, den »Midwest farmers‘ daughters« und eben, titelgebend, den »California girls«?

Na also! Nicht alles was hinkt ist ein Vergleich und jetzt wünsche ich Ihnen, meine geschätzten FederLeserinnen und -Leser noch viel Spaß für den Rest des Tages, verbringen Sie ihn nach Ihrem eigenen Gusto.

2025 03 02/Fritz Herzog

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