»Sag‘ mir wie Du heißt …
… und ich sage Dir, ob Du ein ewiger Nörgler und mieselsüchtiger Matschkerant bist«. So behauptet es zumindest eine Erhebung mit der Fragestellung, ob ein Zusammenhang zwischen dem Vornamen eines Menschen und seiner Vorliebe zu nörgeln hergestellt werden kann. Untersucht wurden 141.000 negativ abgegebene Bewertungen auf verschiedenen Plattformen im Internet und welche Vornamen dabei am häufigsten vorkommen. Ja, meine geschätzten FederLeserinnen und -Leser, unter Umständen, von denen Sie bis dato keine Ahnung hatten, sind Sie – statistisch gesehen – so ein Matschkerer, ein Nörgler, ein Grantscherm; wenn dem so ist, dann müssen Sie stark sein, aber bitte geben Sie nicht mir die Schuld; ich zitiere nur.
Sollten Sie jedoch, was ich Ihnen von Herzen wünschte, nicht auf der Liste sein, dann gratuliere ich und freuen Sie sich weiterhin Ihres nörgelfreien Lebens. Und, eines noch voraus, denn das hat die Untersuchung auch ergeben, es sind wieder einmal die Männer, die sechs Mal mehr nörgeln als Frauen – zumindest im Internet (was sich innerhalb der eigenen vier Wände abspielt, war nicht Gegenstand der Untersuchung). Wenn Sie jetzt als treuer FederLeser »Himmel-Herr-Gott-fix-noch-einmal schon wieder wir Männer!« ausrufen, dann sind Sie auf dem besten Weg sich im Ranking der Vornamen dieser Liste ganz oben vorzufinden. Also bitte: bleiben Sie ganz ruhig und gelassen!

Wer führt denn nun die Matschkerantenliste nun an? Ich will Sie da nicht länger auf die Folter spannen und hoffe, dass Sie nicht (Ranking in dieser Reihenfolge:) Michael, Peter, Thomas, Andreas, Frank, Dirk, Christian, Markus, Stefan oder Martin heißen. Wenn doch, dann können Sie sich darauf ausreden, dass zumindest die Namen Frank und Dirk auf eine rein deutsche Studie hinweisen und wir in Österreich, das zwar als das Mutterland aller Nörgler und Zwiderwurzn gilt, gar nicht gemeint sein können.
Doch auch die Damen nörgeln viel, wenn auch, wie gesagt, deutlich weniger als Männer und da sind Sabine, Sandra, Susanne, Silke, Elke, Stefanie, Anja, Petra und Claudia die Spitzenreiterinnen. So, jetzt ist es heraus und ich hoffe, Sie kündigen mir nicht Ihre Treue zu FederLesen, sollten Sie sich unter den genannten Namen befinden. Aber wenn es Ihnen hilft, einen klitzekleinen shitstorm halte ich schon aus – lassen Sie es einfach raus, wenn Ihnen danach ist.
Aber ist es in Wirklichkeit nicht gänzlich anders? Was sagen Namen im Internet denn schon aus? Verbirgt sich nicht hinter so mancher Identität im Internet jemand anderer? Welcher Name ist echt, welcher ein fake? Da kann – beispielsweise – jemand als »Michi Macho« in widerlichsten Hasspostings seiner frustrierten Kleingeistigkeit ungehemmt freien Lauf lassen und es so ganz vorne auf die erwähnte Liste schaffen. In Wirklichkeit heißt er jedoch anders: Franzi, Pepi oder sonstwie.
Hingegen könnte ein »Max Mustermann« unter dem Pseudonym »Peter0815« mit Postings von herzigen Katzenfotos und mehr oder weniger sinnigen Sinnsprüchen von Paulo Coelho bis hin zu mehrfach reinkarnierten indischen Gurus, genau das Gegenteil dessen sein, was ein »Peter« laut Liste statistisch gesehen sein sollte.
Und die Moral von der Geschicht‘? Nein, ich ergehe mich an dieser Stelle nicht in Plattitüden à la »traue keiner Statistik …« oder dergleichen. Aber eins noch: Fritz oder Friedrich kommen in der Liste nicht vor. Na also! Ich bin fein raus! Und wenn ich mal grantig, zwider oder einfach nur schlecht gelaunt bin, dann schnaps ich mir das mit meiner Liebsten aus – aber das wäre eine ganz andere Geschichte …
2025 05 10/Fritz Herzog