Erich von Däniken – Ein FederLesen-Nachruf
Den Blog FederLesen gibt es seit sechs Jahren und kein einziges Mal kam darin bisher Erich von Däniken zu Ehren. Dabei wären seine Geschichten und Theorien doch ein klassischer Fall für FederLesen gewesen, denn, wie kündige ich es so schön auf meiner Titelseite an »…schreiben, was mir so einfällt. Meistens, meinem Naturell entsprechend, nicht ganz Ernstzunehmendes«.
Jetzt ist der intergalaktische Außerirdischensucher und -kenner im zarten Alter von neunzig Lenzen vor wenigen Tagen dahingeschieden und so möchte ich ihn wenigstens posthum mit einem kleinen Nachruf ehren. Besser spät als nie!
Aber wer war Erich von Däniken? Geboren 1935 in der Schweiz, Schule bei den Jesuiten, Lehre als Koch, später Hotelfachmann und Hotelbesitzer. Wegen Betrug und Urkundenfälschen saß er … nein, das verschweige ich besser, denn, wie wussten schon die alten Römer: »De mortuis nihil nisi bene«, oder, auf gut Deutsch (ein bissl frei übersetzt): »Über Tote redt‘ man nix Schlechts, nur Gutes«.

Sein Hobby war die Archäologie und auf einer Ägyptenreise wurde ihm klar, dass so Monumente wie die Pyramiden von Gizeh nicht von Menschenhand, sondern nur von Außerirdischen errichtet werden konnten.
Er forschte weiter und kam bei den Stelen auf der Osterinsel, den Nazca-Linien in Peru, den Megalithen von Stonehenge in Südengland und zahlreichen anderen prähistorischen Monumenten und Kunstwerken zur gleichen Erkenntnis. Das ging damals, vor tausenden Jahren, nicht auf natürliche, sprich menschliche Weise, meinte er. Folglich, so seine logische Schlussfolgerung, konnten diese Werke nur Außerirdische errichtet haben. Klar, wer sonst?
Außerirdische allein war ihm jedoch nicht genug, er hielt sie auch für Götter und zum Beweis berief er sich auf die Bibel, genauer gesagt das erste Kapitel des Buchs Ezechiel, wo es so schön heißt: »Ein Sturmwind kam von Norden, eine große Wolke mit flackerndem Feuer, umgeben von einem hellen Schein. Aus dem Feuer strahlte es wie glänzendes Gold. Mitten darin erschien etwas wie vier Lebewesen. Und das war ihre Gestalt: Sie sahen aus wie Menschen.« Na wenn das kein Beweis ist für ein Raumschiff und die darin befindlichen göttlichen Wesen ist, was dann?
Dass die Pyramiden und Stonehenge plus-minus fast zur gleichen Zeit errichtet wurden, bestärkte ihn darin, dass damals ein Haufen Außerirdischer/Götter die Erde heimsuchten und sich hierorts als Baumeister hervorgetan hatten. Doch er dachte weiter. Diese Götter/Außerirdischen kopulierten so lange und so heftig mit diversen Affen bis daraus der Mensch hervorkam. (Dass es sich dabei um den in allen Kulturen strafbaren Tatbestand der Zoophilie handelt, war ihm egal). Wir stammen also nicht nur vom Affen ab; so seine Meinung. Darwin und seine Theorie der Evolution war für ihn damit widerlegt und wir seien quasi semikreationistisch, also halb göttlich, halb Affe. Dass es immer noch Menschen gibt, die sich für gottgleich halten, könnte da fast als Beweis herhalten; (zwischen Mar-a-Lago und dem Silicon Valley fielen mir spontan einige Namen ein).
Dass der arme Mann zig-fach wissenschaftlich widerlegt wurde, kümmerte ihn nicht die Bohne – verständlich bei den Auflagezahlen seiner Bücher und Filme.
Aber, wer weiß in welcher Galaxie sein Geist nach seinem Ableben nun schwebt. Vielleicht findet er dort die Muße FederLesen zu lesen, sich an diesem kleinen Nachruf zu erfreuen und wenn ich Glück habe, schickt er mir ja ein paar seiner dortigen Freunde vorbei. Ich hieße sie herzlich willkommen, wir müssen ja keine Pyramiden bauen, aber ein Flascherl Grünen Veltliner hab ich für außerirdischen Besuch immer eingekühlt. 2026 01 13/Fritz Herzog