FederLesen

Auf den Hund gekommen

Schon was von Hobby-Dogging gehört? Ich nicht, aber da ich diesbezüglich meinen Horizont wieder einmal erweitert habe, will ich meine geschätzten FederLeserinnen und -Leser an diesem Wissen teilhaben lassen. Kurz gesagt handelt es sich bei Hobby-Dogging um Gassi gehen mit Leine und allem was ein Hundebesitzer so an Utensilien dabeihat, nur ohne Hund. Net lachen, das gibt’s wirklich.

Um auch an das nötige Hintergrundwissen heranzukommen, begann ich wieder einmal mit der Recherche. Jetzt ist bekanntlich der FederLesen-Autor ein fauler Hund und meinte er könne sich beim Googeln das Wort »Hobby« einzutippen ersparen und gibt nur »Dogging« in das Suchfeld ein. Und schon wieder erweiterte sich mein Wissen. Auch daran will ich Sie teilhaben lassen.

Dogging allein kann zwar auch ein Hobby sein, es ist aber trotzdem etwas gänzlich anderes als Hobby-Dogging. Dogging (ohne Hobby), so belehrte mich Professor Wikipedia, ist Sex an öffentlichen Plätzen und hat etwas mit Exhibitionismus und Voyeurismus zu tun. Gut, hätten wir das auch geklärt und sollte Ihnen tatsächlich der Sinn nach derartigen Freiluft Ertüchtigungen stehen, empfehle ich den nächsten Frühling oder Sommer abzuwarten; bei der derzeitigen Witterung holen Sie sich bestenfalls einen Schnupfen. Außerdem sollten Sie nie zu Ihrer oder Ihrem Liebsten sagen »Schatz, ich geh schnell eine Runde Dogging«. Das kann zu schwersten Missverständnissen führen. Auch da ist es wichtig immer präzise zu bleiben: Hobby-Dogging heißt das korrekt und vollständig.

Doch zurück zum eigentlichen Thema. Was benötigt man dazu? Je nachdem, ob Sie mit einem imaginären Bernhardiner oder einem Zwergpinscher Gassi gehen wollen, besorgen Sie sich im Tierzubehörgeschäft Ihres Vertrauens als Grundausstattung eine passende Leine und Halsband. Ergänzen können Sie das je nach Lust und Laune noch um Leckerli, wenn Ihr Hündchen gelobt werden soll, ein Deckchen und Hundeschüssel für zu Hause und – das darf nicht fehlen – die obligatorischen Gacki-Sackerln.

Wenn Sie dann noch immer unsicher in der richtigen Nicht-Hundehaltung sind, können sie einen Kurs bei einer ausgebildeten Hundetrainerin besuchen. Die lebt zwar bei Heilbronn in Deutschland, aber als künftiger und voll ausgebildeter Hobby-Dogger müssen Sie das bissl Mühsal schon in Kauf nehmen. Die lehrt Ihnen und Ihrem nicht vorhandenen Hündchen, was es so können muss: »Sitz!«, »Platz!«, »bei Fuß!« usw., das volle Programm.

Sagen Sie jetzt bitte nicht, das alles sei Unsinn. Ich finde das hat viele Vorteile. Sie sparen die Hundesteuer, teure Tierärzte und das Hundefutter. Außerdem bellt, haart und sabbert dieser Hund nicht und bei Regen und Schnee können Sie entspannt zu Hause bleiben, müssen nicht hinaus und kommen danach nicht mit einem triefend nassen Hund heim, der sich in Ihrem frisch geweißten Vorzimmer erst einmal ordentlich abschüttelt und die Wände bekleckert.

Nachteile fallen mir hingegen nicht ein, ja, vielleicht, als Wachhund taugt der eher nicht, aber das ist es auch schon.

Ich muss jetzt ehrlich zugeben, ich bin noch nie einem Hobby-Dogger begegnet, aber ich hätte da abschließend noch eine Idee. Wenn Sie vor Ihnen einen Mann (kann auch eine Frau sein) sehen, der nur mit Leine und Halsband, aber ohne Hund spazieren geht, rufen Sie ihm nach: »Hey, können Sie das Gacki von Ihrem Hund nicht wegräumen. Ich bin jetzt glatt hineingestiegen, schauen Sie sich meine Schuhe an. Wer putzt mir die jetzt?« Und dann zeigen Sie ihm ihre (sauberen) Schuhe und fordern ihn zum Putzen derselben auf.

Wenn Sie das machen, berichten Sie mir bitte die Reaktion des Hobby-Doggers. Daraus mache ich dann eine eigene, Ihre ganz persönliche FederLesen-Geschichte.

2025 11 05/Fritz Herzog

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